Wenn die Kita ausfällt, steht für viele Familien in Langenhagen der Alltag still. Ein kurzfristiger Personalengpass bedeutet für Eltern: Arbeitszeiten umorganisieren, Termine absagen, Großeltern aktivieren — oder selbst zu Hause bleiben. Einmal ist das ärgerlich. Wenn es regelmäßig passiert, wird es zu einem echten Problem.

Ich will die Kinderbetreuung in Langenhagen deshalb verlässlicher machen. Nicht mit unrealistischen Versprechen, sondern indem wir vorhandene Möglichkeiten besser nutzen, Strukturen verändern und Fördermittel von Land und Bund konsequent nach Langenhagen holen.

Wie binden wir Fachkräfte langfristig an Langenhagen?

Der wichtigste Faktor sind die Menschen, die täglich in unseren Kitas arbeiten. Und wir brauchen sie nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Jahren.

Mit dem Ausbau des schulischen Ganztags wird sich die Situation verändern, und wie sich die Hortstrukturen entwickeln, ist noch nicht absehbar. Es wäre falsch, heute vorhandene Fachkräfte abzubauen und in zwei Jahren festzustellen, dass genau diese Menschen fehlen. Ich setze deshalb auf Personalbindung statt auf Planung von Kita-Jahr zu Kita-Jahr: verlässliche Arbeitsbedingungen, echte Fort- und Weiterbildung, gezielte Qualifizierung für leitende Aufgaben, bessere Unterstützung der Kita-Leitungen und ein attraktiver Einstieg für Nachwuchskräfte.

Das Land Niedersachsen fördert genau diesen Ansatz bereits. Über die Richtlinie „Qualität in Kitas 3" werden zusätzliches Personal und Qualifizierungsmaßnahmen unterstützt. Langenhagen muss das nicht allein finanzieren — wir müssen es abrufen.

Was bringt ein Springerkonzept?

Krankheit lässt sich nicht verhindern. Aber wir können verhindern, dass ein einzelner Ausfall sofort eine ganze Gruppe trifft.

Dafür brauchen wir einen flexiblen Personalpool, der kurzfristig dort eingesetzt wird, wo Unterstützung gebraucht wird. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Der Springerpool darf nicht erst anrücken, wenn die Einrichtung bereits vor dem Problem steht. Die Personalplanung muss früh erkennen, wo Engpässe entstehen — und dann handeln.

Das schafft keine zusätzlichen Fachkräfte aus dem Nichts. Aber es sorgt dafür, dass die vorhandenen gezielter eingesetzt werden. Nicht überall brauchen wir mehr Personal. An vielen Stellen brauchen wir mehr Flexibilität beim Einsatz des vorhandenen.

Warum brauchen Kitas Reserven?

Wenn eine Einrichtung exakt auf Kante geplant ist, reicht ein einziger Ausfall, um alles ins Wanken zu bringen. Das ist keine Personalfrage, sondern eine Organisationsfrage.

Reserven bedeuten nicht, dauerhaft unbesetzte Stellen vorzuhalten. Sie bedeuten, Kapazitäten so zu organisieren, dass kurzfristige Ausfälle abgefedert werden: zentrale Vertretungsressourcen, flexible Arbeitszeitmodelle, Kooperationen zwischen Einrichtungen und eine vorausschauende Einsatzplanung. Genau hier kann eine Stadtverwaltung durch bessere Organisation viel erreichen.

Personal kostet Geld. Betreuungsausfälle aber auch — für Familien, für Arbeitgeber und am Ende für die ganze Stadt.

Wie machen wir Kitas hitzefest?

Hitzeperioden sind keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Wenn Räume sich im Sommer stark aufheizen, kann das dazu führen, dass Betreuung eingeschränkt werden muss.

Ich will unsere Kitas deshalb schrittweise hitzefest machen: wirksamer Sonnenschutz, Verschattung und Begrünung der Außenflächen, geeignete Lüftungskonzepte, Trinkwassermöglichkeiten, Entsiegelung. Dabei braucht nicht jede Kita dieselbe Maßnahme — jede Einrichtung braucht eine eigene Betrachtung: Wo entsteht die Hitze, welche Räume sind betroffen, was bringt den größten Effekt?

Entscheidend ist der Zeitpunkt. Wenn eine Kita ohnehin saniert wird, gehört die Frage nach Wärmeschutz und Energieeffizienz in dieselbe Planung — nicht in eine zweite Baustelle fünf Jahre später. Aus einer notwendigen Investition werden so gleichzeitig Maßnahmen für die Kinder, fürs Klima und für den städtischen Haushalt, weil die Betriebskosten sinken.

Was kostet das — und wer bezahlt es?

Ich weiß, was viele jetzt denken: Klingt gut, aber können wir uns das leisten? Meine Antwort: Wir müssen es finanzieren — aber wir müssen es nicht allein bezahlen.

Langenhagen investiert bereits erheblich. Im Doppelhaushalt 2026/2027 sind Investitionskostenzuschüsse für nichtstädtische Kitas in zweistelliger Millionenhöhe vorgesehen, unter anderem für Renovierungen, Ersatzbeschaffungen und die Weiterleitung von Fördermitteln. Die Frage ist also nicht, ob wir Geld für Kitas ausgeben. Die Frage ist, ob wir es so einsetzen, dass daraus möglichst viel Verlässlichkeit entsteht — und ob wir gleichzeitig jeden möglichen Euro von Land und Bund nach Langenhagen holen.

Mein Ansatz steht auf vier Säulen:

Quelle Wofür
Städtische Mittel Eigene Einrichtungen, Infrastruktur, Organisation der kommunalen Betreuung
Land Niedersachsen Personal und Qualifizierung über „Qualität in Kitas 3", Sprach-Kitas, laufende Beteiligung an der Kindertagesbetreuung
Bundesförderung (KfW) Energetische Sanierung kommunaler Gebäude, klimafreundliche Heizungen
Klimaanpassung Hitzeschutz, Entsiegelung, Begrünung, Starkregenvorsorge — hier fördert das Land Kommunen mit hohen Anteilen

Nicht jede Sonnenschutzanlage und nicht jeder Baum wird automatisch gefördert. Deshalb braucht es eine saubere Prüfung jedes Projekts. Aber genau das ist der Punkt: Förderfähigkeit gehört in die Planung — nicht in die Frage nach der Investitionsentscheidung.

Fördermittelmanagement statt Fördermittelglück

Ein Punkt ist mir besonders wichtig: Fördermittel dürfen kein Zufallsprodukt sein. Es reicht nicht, gelegentlich zu schauen, ob irgendwo ein Programm veröffentlicht wurde.

Bei jedem größeren Kita-Projekt sollte deshalb schon in der Planungsphase geprüft werden, welche Landes- und Bundesförderung infrage kommt, ob Klimaschutz- oder Klimaanpassungsmittel dazukommen, ob sich mehrere Bausteine kombinieren lassen und welche Eigenmittel am Ende wirklich nötig sind. Das kostet Verwaltungskapazität. Aber jeder zusätzlich eingeworbene Förder-Euro entlastet den städtischen Haushalt.

Meine drei konkreten Vorhaben

  1. Ein zentraler Springerpool für die Langenhagener Kitas, verbunden mit einer Ausfallplanung, die Engpässe erkennt, bevor eine Gruppe schließen muss.
  2. Eine Personalstrategie über mehrere Jahre statt Planung von Kita-Jahr zu Kita-Jahr — mit konsequentem Abruf der Landesförderung für Personal und Qualifizierung.
  3. Förderprüfung als Pflichtschritt bei jedem größeren Kita-Projekt, verbindlich in der Planungsphase und nicht erst danach.

Für mich ist Kinderbetreuung keine freiwillige Zusatzleistung, die man verbessert, wenn gerade Geld übrig ist. Sie ist Teil der Infrastruktur einer modernen Stadt und ein Standortfaktor: Wenn Eltern sich auf die Betreuung verlassen können, können sie arbeiten, Unternehmen besser planen und Fachkräfte in Langenhagen bleiben.

Ich verspreche nicht, dass es künftig keinen einzigen Ausfall mehr gibt. Das wäre unseriös. Ich verspreche, dass wir alles daransetzen, Ausfälle zu reduzieren und das System widerstandsfähiger zu machen.

Familien brauchen keine Betreuung, auf die sie hoffen müssen. Sie brauchen Betreuung, auf die sie sich verlassen können.

Weniger Ausfälle. Mehr Verlässlichkeit. Ein Alltag, der läuft. Das geht besser.

Lassen Sie uns ins Gespräch kommen

Wie erleben Sie die Kinderbetreuung in Langenhagen? Schreiben Sie mir oder informieren Sie sich weiter über meine Ziele für Langenhagen.

Alle Felder mit Sternchen sind notwendig.
Kontakt