Verkehr in Langenhagen: Birkenallee: Verkehrslenkung ganzheitlich denken
Der Verkehr in Langenhagen beschäftigt derzeit viele Menschen – und die Birkenallee ist dafür ein gutes Beispiel. Anwohnerinnen und Anwohner berichten von deutlich mehr Autos, höherem Tempo und einem Gefühl von Unsicherheit vor der eigenen Haustür. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Muster, das sich in Langenhagen an mehreren Stellen wiederholt.
Warum wird eine Wohnstraße plötzlich zum Schleichweg?
Meist steckt kein Zufall dahinter, sondern eine Umleitung. Wenn eine Hauptstraße gesperrt wird, sucht sich der Verkehr einen neuen Weg – und die Navigations-App im Auto findet ihn binnen Sekunden. Was auf dem Plan als kurze Ausweichstrecke aussieht, ist in der Realität eine Straße, in der Kinder zur Schule laufen und Anwohner rückwärts aus der Einfahrt setzen.
Die Sperrung der Langenhagener Straße hat gezeigt, wie schnell das geht: Der Verkehr verlagerte sich nach Schulenburg. In Godshorn ist es der Fahrschulverkehr, der die Anwohner beschäftigt. Und rund um den Silbersee sorgen gesperrte Parkplätze für Suchverkehr in den Nebenstraßen. Unterschiedliche Ursachen, aber dasselbe Grundproblem: Der Verkehr wird verschoben, nicht gelöst.
Was bedeutet „Verkehrslenkung ganzheitlich denken"?
Für mich heißt das: nicht nur bis zur nächsten Kreuzung planen. Bevor eine Baustelle eingerichtet wird, müssen drei Fragen beantwortet sein:
- Wohin fließt der Verkehr, wenn diese Straße gesperrt ist? Nicht geschätzt, sondern anhand von Zählungen belegt.
- Sind die Ausweichstrecken dafür überhaupt geeignet? Eine schmale Wohnstraße ohne durchgehenden Gehweg ist es nicht.
- Wie werden Fußgänger, Radfahrende und Kinder auf diesen Strecken geschützt?
Diese Fragen kosten in der Planung wenige Wochen. Werden sie nicht gestellt, kosten sie die Anwohner Monate.
Was hilft konkret gegen zu schnellen Verkehr?
Es gibt kein Patentrezept, aber eine sinnvolle Reihenfolge. Zuerst messen: Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen zeigen, ob das Problem tatsächlich Tempo oder eher Menge ist – das macht einen Unterschied für die Lösung. Dann kontrollieren: Regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen wirken, aber nur, wenn sie nicht nach zwei Wochen wieder aufhören.
Und wo das nicht reicht, gehören bauliche Maßnahmen geprüft – Fahrbahnverengungen, versetzte Parkstände, Querungshilfen. Das ist aufwendiger als ein neues Schild, aber es wirkt dauerhaft, ohne dass jemand kontrollieren muss.
Tempo 30 ist dabei ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Wo es die Sicherheit erhöht, bin ich dafür. Aber ein Schild allein verändert das Fahrverhalten nicht – das zeigt jede Messung nach der Einführung.
Was mir am wichtigsten ist: rechtzeitig informieren
Der häufigste Ärger entsteht nicht durch die Baustelle selbst, sondern dadurch, dass die Betroffenen davon aus der Absperrung erfahren. Wer früh weiß, was wann passiert und wie lange es dauert, richtet sich darauf ein. Wer überrascht wird, ärgert sich – zu Recht.
Anwohnerinnen und Anwohner kennen ihre Straße besser als jeder Plan. Sie wissen, wo geschnitten wird, wo die Sicht fehlt und zu welcher Uhrzeit es kritisch wird. Dieses Wissen sollte in die Planung einfließen, bevor gebaut wird – nicht in Beschwerden danach.
Meine drei konkreten Vorhaben
- Verkehrszählung vor jeder größeren Baustelle, verbunden mit einer Prognose, welche Straßen zusätzlichen Verkehr aufnehmen werden – und einer Prüfung, ob sie dafür geeignet sind.
- Frühzeitige Information der betroffenen Anwohnerschaft, mindestens vier Wochen vor Baubeginn, mit klarer Angabe von Dauer und Umleitungsführung.
- Nachmessen statt abhaken: Sechs Wochen nach Einrichtung einer Umleitung wird erneut gezählt. Zeigt sich eine Überlastung, wird nachgesteuert – nicht auf das Bauende gewartet.
Anwohnerstraßen dürfen nicht zur Rennstrecke werden. Das gilt für die Birkenallee, für Schulenburg, für Godshorn und für jede andere Wohnstraße in Langenhagen. Mein Ziel ist eine Verkehrsplanung, die Probleme löst statt sie zu verschieben.
Lassen Sie uns ins Gespräch kommen
Wo ist Ihnen in Langenhagen der Verkehr ein Problem? In der Birkenallee, in Godshorn, in Schulenburg oder in Ihrer eigenen Straße? Schreiben Sie mir oder informieren Sie sich weiter über meine Ziele für Langenhagen.